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TOTALÜBERWACHUNG – Gefährdung unserer digitalisierten Welt.

In Erinnerung an die re-publica 2014! (Ja, ja ich weiß!) sind mir Sascha Lobo und seine Session (startrant) hängen geblieben. Sascha hat mich durch seinen Beitrag wachgerüttelt. Dazu muss ich ein wenig ausholen. Jemand der auch nur ein Hauch von Nachrichten hört, kennt den Guten Edward Snowden. Hier steigen mit Sicherheit 50% der Leser aus weil Sie es nicht verstehen was er getan hat, oder sich nicht dafür interessieren. Ich will es einmal anders erklären. 2 Personen unterhalten sich und Sie tun dies in einer komplett abgeschottet Umgebung und möchten somit nicht, dass dieses Gespräch niemand auf der Welt mitbekommt. Trotzdem gelingt es dem Geheimdienst sich mit einer technischen Raffinesse direkt an Mund der Erzähler zu haften. Die Unterhaltung wird aufgezeichnet und gespeichert. Zusätzlich weiß der Geheimdienst noch den Namen, also um welchen Kopf bzw. Personen sich hier unterhalten.

Jetzt wird sich der ein oder andere sagen: „Mir doch egal. Ich mache nichts Unlauteres. Es kann jeder hören und sehen was ich in meinem Leben mache“. 95% unseres Lebens werden mittlerweile digitalisiert bearbeitet. Das beginnt beim Personalausweis, der Geburtsurkunde und endet bei einer Bestellung von einer Rolle Klopapier im Internet. Selbst Personen die meinen nicht im Internet unterwegs zu sein betrifft diese TOTALÜBERWACHUNG. Bei Dokumenten von Behörden greift auch der Datenschutz nicht mehr. Der Geheimdienst hat eine Möglichkeit gefunden, die Datenquelle, also den Mund der digitalen Übertragung, anzuzapfen. Liebe Leute, das geht so nicht! Das ist ein direkter Eingriff in unsere Privatsphäre.

Ich muss leider diesen Vergleich ziehen, weil es im Grunde genommen nichts anderes ist: Die Staatssicherheit der DDR hat von 1965 bis 1989 nichts anderes gemacht und Gespräche aufgezeichnet, Sie gespeichert und laaange archiviert. Jeder sollte das aus dem Geschichtsunterricht kennen. Die Geschichte wird durch die Digitalisierung aller Daten aber gerade wiederholt. Noch einmal. Nicht nur das Internet ist kaputt, sondern die ganze digitale Welt.

Was unternimmt die Bundesregierung und deren Vertreter dagegen, um diesen Missstand abzustellen? Nichts! Weil Sie überhaupt nicht wissen was sie vorgehen sollen. NoSpy Abkommen hin oder her. Das hilft hier nur bedingt und löst nicht das eigentliche Problem. Es muss an der Wurzel gepackt werden und im Ganzen entfernt werden. Nur genau da sehe ich das Problem. Ich glaube die Wurzel allen Übels kann schon gar nicht mehr entfernt werden. Weil wir nie herausbekommen werden wo unsere digitale Infrastruktur beschädigt und abgehört wird. Das kann an einem Rechenzentren sein, wo viele Daten zusammen laufen aber genauso gut kann die Schwachstelle an ehemaligen Baustellen sitzen, wo Kabelarbeiten bzw. Erdarbeiten an der Internet-Infrastruktur stattgefunden haben. Da geht meine Fantasie leider ein wenig mit mir durch. Und nein das ist keine Paranoia, tut mir leid.

Dieser Beitrag schlummert seit der re-publica im Mai 2014 in der Datenbank. Gestern Abend zur besten Sendezeit um 22:45 hat mich ein Bericht der ARD wieder an die #TOTALÜBERWACHUNG erinnert! In der ARD MEDIATHEK habt ihr die Möglichkeit noch einmal darauf zuzugreifen.

Wahrscheinlich muss jede Generation Ihre eigenen Fehler machen, um daraus zu lernen. So trifft das auch auf die digitalisierte Generation zu. Menschen haben aus freien Zügen, selbstständig Maschinen mit Informationen gefüttert. Dann darf es Menschen auch nicht wundern, dass durch einen großen Fehler im System, diese Daten von Geheimdiensten missbraucht werden. Was ist dir die Netzneutralität wert? Informationen und aktuelle Themen auf https://netzpolitik.org/

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First time re-publica #rp14

Das war´s! Mein erstes Mal. Meine erste re-publica. Europas größte Konferenz über Menschlichkeit, Zusammenleben, Politik und Kultur in einer Modernen, digitalen, Gesellschaft. Fälschlicherweise als Bloggerkonferenz gebrandmarkt. In Teilen doch sehr tec und nerdy lastig. Die Vorträge hielt ich für mich persönlich nun nicht so inspirierend. In Teilen auch mit viel zu kommerziellen Hintergedanken bei den Vortragenden. Buchvorstellungen um nur ein Beispiel zu nennen.

Andere Denk und Sichtweisen zu erleben ist eigentlich an sich nichts besonderes, wenn man mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun hat. Auf der rebublica kommt das aber sehr geballt an einem Ort zusammen. Von Vorträgen über „Aus dem Arbeitsalltag moderner Geschichtenerzähler“ bis hin zu „Civil Society Information Defense“ ist alles dabei gewesen.

Eine kleine Anmerkung zum Drumherum sei mir gestattet. Trotz wirklich großer Räumlichkeiten reichen diese für die Massen an Menschen zum Teil nicht mehr aus. Häufig schlechte oder stehende Luft. Beim Essen auf die Hand darf auch gerne noch mal nachgedacht werden. Zu guter letzt noch ein Wink an olli den ich dort getroffen habe.

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